Ohne Wasser sieht der Gemüsegarten oft traurig aus. Wasser ist Leben und einer der wichtigsten Faktoren für gesunde Pflanzen. Die Bewässerung und Wasserversorgung im Garten wird in den letzten Jahren immer mehr zum Thema und immer essenzieller für eine gute Ernte. Die gute Nachricht: Die Wasserversorgung ist beeinflussbar. Wer heute erfolgreich und nachhaltig gärtnern möchte, kommt nicht drum herum, sich mit dem Thema Gartenbewässerung auseinanderzusetzen. In diesem Artikel bekommst du einen Überblick über Möglichkeiten der Bewässerung im Garten, auf dem Balkon oder im Hochbeet – von einfachen DIY-Lösungen bis hin zu automatisierten und wurzelnahen Systemen. Vielleicht hilft dir dieser Überblick, die passende Bewässerung für deinen Garten, Balkon oder dein Hochbeet zu finden.
Es ist kein Geheimnis, dass der Klimawandel große Veränderungen mit sich bringt: längere Trockenphasen, unregelmäßige Niederschläge und steigende Temperaturen. Gleichzeitig haben wir vielerorts degradierte Böden, die meist nur wenig Wasser speichern können. Das Wassermanagement wird immer wichtiger, genauso wie Maßnahmen zur Wasserspeicherung, um eine konstante Versorgung sicherzustellen. In diesem Artikel findest du viele Tipps zum Umgang mit Wasserknappheit.
Bewässerungssysteme, insbesondere automatisierte Lösungen, sind ein einfaches Hilfsmittel, um Wasser zu sparen und längere Trockenphasen abzufedern. Um das passende Bewässerungssystem für dich und deinen Garten zu finden, ist es zunächst wichtig, dass du dir der Gegebenheiten in deinem Garten bewusst wirst. Denn nicht jedes System passt zu jedem Garten.
Gießen per Hand. / Bild von Ralph auf Pixabay.
Gießen per Hand. / Bild von Ralph auf Pixabay.
Die wohl am weitesten verbreitete Form der Gartenbewässerung ist das einfache Gießen mit der Gießkanne oder dem Schlauch. Das ist die flexibelste Möglichkeit, Pflanzen zu bewässern. Es ist keine Installation nötig, lediglich eine Gießkanne und ein Wasseranschluss. Das Gießen mit der Kanne hat jedoch einen großen Nachteil. Es ist zeitintensiv und oft unregelmäßig. Wird nicht zu den richtigen Zeiten gegossen, versickert oder verdunstet das Wasser, bevor es die Wurzeln erreicht.
Für kleine Flächen wie einen Balkon oder ein kleines Beet reicht diese Methode oft aus. Wichtig ist dabei, richtig zu gießen. Tipps zum richtigen Gießen findest du im verlinkten Beitrag. Die Gießkanne beziehungsweise der oder die Gärtner:in stößt bei größeren Gärten jedoch schnell an Grenzen, da diese Art der Bewässerung viel Zeit und Kraft erfordert.
Wachsen Pflanzen auf einem Balkon, in einem Hochbeet oder in einem Topf, ist das Erdvolumen begrenzt. Dadurch kann weniger Wasser in der Erde gespeichert werden, gleichzeitig verdunstet es schneller. Hier ist eine gezielte Bewässerung besonders wichtig. Um Trockenphasen gut zu überstehen, gibt es verschiedene Möglichkeiten. Du kannst kleine automatisierte Tropfsysteme installieren oder ein Bewässerungssystem mit Tonkegeln oder PET-Flaschen selber bauen. Mit diesen Bewässerungssystemen können deine Pflanzen gut durch die Urlaubszeit kommen, ohne Schaden davonzutragen.
DIY-System mit PET-Flaschen / Bild von AI (ChatGPT) erstellt.
DIY-System mit PET-Flaschen / Bild von AI (ChatGPT) erstellt.
Eine sehr einfache Methode ist ein Bewässerungssystem mit PET-Flaschen. Hierfür hat wohl jeder die geeigneten Materialien zu Hause. Du brauchst lediglich alte Flaschen und schon kann es losgehen. Fülle die Flaschen mit Wasser und stecke sie umgedreht in den Boden. Entweder steckst du die Flasche ohne Deckel in die Erde oder du machst kleine Löcher in den Deckel, durch die das Wasser langsamer austreten kann. Alternativ kannst du die Flasche umgedreht in einen Tonkegel stellen, um die Bewässerung effizienter zu gestalten.
Diese Methode eignet sich vor allem für einzelne Pflanzen und kleinere Töpfe. Sie ist eine einfache Möglichkeit, kurzfristig für eine regelmäßige Wasserversorgung zu sorgen. Langfristig ist diese Lösung jedoch nicht ideal. Sowohl optisch als auch ökologisch ist sie problematisch, da Plastik verwendet wird. Zudem ist die Wasserversorgung auf die Größe der Flasche begrenzt und damit nur für kürzere Zeiträume geeignet.
Ollas als Hochbeet-Bewässerung. / Bild von AI (ChatGPT) erstellt.
Ollas als Hochbeet-Bewässerung. / Bild von AI (ChatGPT) erstellt.
Ollas funktionieren nach einem ähnlichen Prinzip wie umgedrehte PET-Flaschen, bestehen jedoch aus Tontöpfen. Ton ist in diesem Zusammenhang ein sehr geeignetes Material, denn durch seine poröse Struktur wird das Wasser langsam abgegeben und sorgt so für eine gleichmäßige und kontrollierte Wasserversorgung im Wurzelbereich der Pflanzen.
Dafür werden die Ollas in den Boden eingegraben und mit Wasser gefüllt. Sie werden häufig in Hochbeeten oder auf dem Balkon eingesetzt, da sie sich vor allem für kleinere Flächen eignen und bei großen Gärten oft an ihre Grenzen stoßen. Eine Anleitung zum Ollas selber bauen, findest du hier im Beitrag.
Bewässerungssysteme mit Ton können ohne strom funktionieren
Bewässerungssysteme mit Ton können ohne strom funktionieren
Das Bewässern mithilfe von Tonelementen oder Ollas ist schon lange eine bewährte Methode im Garten. Das liegt daran, dass sie zuverlässig funktionieren und Ton die passenden Eigenschaften besitzt, um Pflanzen bedarfsgerecht mit Wasser zu versorgen.
Mittlerweile gibt es Systeme, die Tonelemente mit einem Schlauch verbinden und so eine kontinuierliche Wasserversorgung ermöglichen. Solche Systeme sind besonders interessant, da sie ohne Strom funktionieren. Das Wasser wird allein durch die Kapillarwirkung direkt im Boden an die Wurzeln gezogen.
Damit du das besser verstehen kannst, erklären wir kurz die Kapillarwirkung. Pflanzen nehmen Wasser über ihre Wurzeln auf, gleichzeitig verdunstet über die Blätter wieder Wasser, zum Beispiel während der Photosynthese. Durch diese Verdunstung entsteht ein Unterdruck in der Pflanze, wodurch Wasser passiv aus dem Boden in die Pflanze nachgezogen wird. Das ist ein natürlicher Mechanismus, auf dem diese Art der Bewässerung basiert und den sie gezielt nutzt, um möglichst ressourcenschonend zu gießen. Neben dem Vorteil, dass kein Strom verbraucht wird, wird dabei auch nur so viel Wasser abgegeben, wie die Pflanzen tatsächlich benötigen, ganz ohne Sensoren, Strom oder andere Technik.
Modulare Ton-Bewässerungssysteme
Modulare Ton-Bewässerungssysteme
Ein Beispiel für ein solches System ist das Unternehmen Tontau mit einem modularen Bewässerungssystem aus Tonelementen und einem Gartenschlauch. Das junge Unternehmen baut auf dem bewährten Prinzip der Olla-Bewässerung auf. Poröse Tonelemente werden direkt im Boden platziert und über einen Schlauch mit Wasser versorgt.
Tontau-Bewässerungssysteme lassen sich modular an Beete, Hochbeete oder Balkonkästen anpassen. Besonders für den Gemüseanbau eignen sich solche Systeme gut, da die Bewässerung einen großen Einfluss auf die Pflanzengesundheit hat. Viele Gemüsepflanzen reagieren empfindlich auf unregelmäßige Wassergaben, und Pilzkrankheiten werden durch nasse Blätter sowie eine hohe Luftfeuchtigkeit in Bodennähe begünstigt.
Bewässerungssystem mit vielen Vorteilen
Bewässerungssystem mit vielen Vorteilen
- bis zu 70 % weniger Wasserverbrauch
- komplett stromlos
- bedarfsgerechte Bewässerung
- weniger Schädlinge und Krankheiten
- bis zu 18 % mehr Ernteertrag
- weniger Unkraut
- urlaubssicher
- nachhaltig und langlebig
Tröpfchenbewässerung im Gemüsegarten.
Tröpfchenbewässerung im Gemüsegarten.
Eine weitere verbreitete Form der Gartenbewässerung ist der Tropfschlauch. Er hat einen guten Ruf, da diese Form der Bewässerung als wassersparend gilt. Bei der Tröpfchenbewässerung wird ein perforierter Schlauch verwendet, der viele kleine Öffnungen besitzt, durch die das Wasser tröpfchenweise in den Boden abgegeben wird. So hat das Wasser ausreichend Zeit, in den Boden einzusickern. Der Tropfschlauch wird meist nur wenige Zentimeter tief in den Boden eingegraben, wodurch die Verdunstung reduziert wird. Diese Form der Bewässerung ist wassersparend und lässt sich gut mit einer Zeitschaltuhr automatisieren. Das Bewässerungssystem eignet sich besonders für größere Gemüsebeete und Gewächshäuser. Da die Installation vergleichsweise aufwendig ist, lohnt es sich in der Regel erst ab einer gewissen Beetgröße.
Im Vergleich zu einem Bewässerungssystem mit Tonelementen braucht dieses System Wasserdruck und damit Strom. Zudem ist es aufwendiger in der Wartung, da Tropfschläuche gerne mal mit Kalk oder Schmutz verstopfen und ausfallen. Das liegt daran, dass bei Tropfschläuchen das Wasser nur an sehr feinen Austrittsöffnungen ausfließt. Dort kann es passieren, dass sich Kalk oder Schmutz ablagert und die Drüsen verstopfen. Bei Tonelementen besteht diese Gefahr kaum, da das Wasser flächig über den porösen Ton in den Boden abgegeben wird.
Ein weiterer Unterschied zwischen diesen beiden Systemen liegt darin, dass sie unterschiedlich tief im Boden platziert werden. Zwar werden beide unterirdisch platziert, jedoch in unterschiedlicher Tiefe. Tropfschläuche liegen meist nur wenige Zentimeter unter der Oberfläche (0 - 5 cm), während Tonkegel direkt im Wurzelraum platziert werden (etwa 15 bis 30 cm). Dadurch gelangt das Wasser bei Tropfschlauch-Systemen zunächst in die oberen Bodenschichten, wovon Unkraut profitiert und besser wachsen kann. Bei modularen Tonsystemen gelangt das Wasser hingegen direkt tiefer in den Boden, in den unmittelbaren Wurzelbereich der Gemüsepflanzen.
| Bewässerungssystem | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|
| Ton-System | • stromlos | • Installation etwas aufwendiger |
| • sehr geringe Verdunstung | • Bewässerungsradius begrenzt, Planung nötig | |
| • Wasserabgabe direkt im Wurzelraum | • Weniger flexibel bei häufig wechselnder Bepflanzung | |
| • Bedarfsgerechte Bewässerung durch Kapillarwirkung | ||
| • Geringe Verstopfungsgefahr | ||
| • Weniger Unkraut | ||
| • Niedriger Wartungsaufwand | ||
| Tropfschlauch-Systeme | • Einfache Verlegung, auch für große Flächen | • Benötigt Wasserdruck und meist Strom |
| • Gut geeignet für Reihenpflanzungen | • Anfällig für Kalk- und Schmutzablagerungen | |
| • Wassermenge steuerbar über Druck und Zeit | • Höherer Wartungsaufwand (Spülen, Filter) | |
| • Sehr flexibel umlegbar, da oberflächennah verlegt | • Wasserabgabe oberflächennah und kann dadurch Unkraut fördern | |
| • Höhere Verdunstungsverluste |
Smarte Bewässerungssysteme für Pflanzen mit Computer
Smarte Bewässerungssysteme für Pflanzen mit Computer
Besonders bei Tropfschlauchsystemen bietet es sich an, die Gartenbewässerung zu automatisieren. Automatische Bewässerungssysteme arbeiten mit einer Zeitschaltuhr oder kleinen Bewässerungscomputern. Dabei lässt sich einstellen, wann und wie lange die Pflanzen gegossen werden. So kannst du zu besonders günstigen Zeiten gießen, ohne selbst mit der Gießkanne im Garten stehen zu müssen. Für Gemüsepflanzen sind frühe Morgenstunden vor Sonnenaufgang und die Zeit nach Sonnenuntergang besonders geeignet, da die Verdunstung dann am geringsten ist.
Daher kann ein smartes Bewässerungssystem im Alltag sehr entlastend sein, denn nicht jeder kann diese Gießzeiten problemlos integrieren.
Einen Schritt weiter gehen smarte Bewässerungssysteme, die mithilfe von Sensoren und Wetterdaten die Wasserversorgung der Pflanzen anpassen. Solche Systeme finden sich vor allem in professionellen Betrieben und seltener im Hobbygarten. Der technische Aufwand lohnt sich in der Regel erst bei größeren Flächen.
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Welche Gartenbewässerung ist am wassersparendsten?
Wassersparend sind vor allem Bewässerungssysteme, die Wasser direkt im Wurzelbereich abgeben, zum Beispiel Ton-Bewässerungssysteme oder Tropfschläuche. Sie reduzieren Verdunstung und versorgen Pflanzen gezielt.
Wann ist die beste Zeit zum Gießen im Garten?
Die beste Zeit zum Gießen ist früh morgens oder spät abends. Zu diesen Zeiten ist die Verdunstung gering, sodass mehr Wasser im Boden ankommt und von den Pflanzen aufgenommen werden kann.
Eignet sich ein Tropfschlauch für jeden Garten?
Tropfschläuche eignen sich besonders für größere Beete, Reihenpflanzungen und Gewächshäuser. Für kleine Flächen oder häufig wechselnde Bepflanzungen sind sie oft weniger flexibel.
Kann ich meine Gartenbewässerung automatisieren?
Ja, viele Bewässerungssysteme lassen sich mit Zeitschaltuhren oder Bewässerungscomputern automatisieren. Smarte Systeme mit Sensoren lohnen sich vor allem bei größeren Flächen.